6. Dezember 2014 — Die Zivilgesellschaft kämpft für ihre Theater – die neue Staatsregierung muss es ihr gleichtun

Angesichts dro­hen­der Kürzun­gen machen wichtige säch­sis­che The­ater und deren Fördervere­ine auf ihre Finanznot aufmerk­sam und fordern mit Online-Peti­tio­nen Sicher­heit: das The­ater Plauen-Zwick­au sowie das Annaberg­er Eduard-von-Win­ter­stein-The­ater e.V. Sie war­nen davor, dass im kom­menden Jahr die Insol­venz dro­ht. Dazu erk­lärt Luise Neuhaus-Warten­berg, kul­tur­poli­tis­che Sprecherin der Links­frak­tion:

„Die Zivilge­sellschaft kämpft für ihre Kul­turein­rich­tun­gen: die Peti­tio­nen aus Plauen-Zwick­au und Annaberg-Buch­holz zeigen, dass die The­ater einen großen Rück­halt haben. Steigende Kosten brin­gen tra­di­tion­sre­iche Kul­turein­rich­tun­gen in Insol­ven­zge­fahr, vor allem im ländlichen Raum. Auch das zeigt, wie drin­gend der Freis­taat einen neuen Lan­deshaushalt braucht, der auch Kul­tur­land­schaft erhält.

Die aktuelle Staat­sregierung hat es ver­säumt, die Kul­tur­fi­nanzierung dauer­haft zu dynamisieren und Plan­barkeit herzustellen. Langfristig müssen die Kul­tur­räume ins­beson­dere außer­halb der Großstädte in die Lage ver­set­zt wer­den, mit den Kom­munen das kul­turelle Ange­bot zu erhal­ten und es vielfältig weit­erzuen­twick­eln. Bis das Kul­tur­raumge­setz über­ar­beit­et ist, verge­ht aber noch viel Zeit. Schon im kom­menden Jahr muss die neue Staat­sregierung die Zuweisun­gen im Haushalt deut­lich erhöhen. Bis dahin sind Hil­f­s­pakete uner­lässlich – zumal die Kun­stschaf­fend­en bere­its zur Lösung beitra­gen und auf Geld verzicht­en. Die Kom­munen kön­nen die mil­lio­nen­schw­eren Haushalt­slöch­er nicht stopfen, dazu brauchen sie Hil­fe vom Freis­taat.

Die säch­sis­che The­ater- und Orch­ester­land­schaft ist in ihrer Vielfalt einzi­gar­tig – wir müssen unbe­d­ingt einen Rück­fall in die Zeit der Haus­tar­ifverträge für die Angestell­ten und Insol­ven­zen ver­mei­den. Kul­turelle Ange­bote sind ein unverzicht­bar­er Teil des gesellschaftlichen Zusam­men­halts und vor­wiegend die Stadtthe­ater sehen wir als ein Diskursraum für unsere Demokratie. Die The­ater sind ein unverzicht­bar­er Teil des kul­turellen Ange­bots, ohne das der ländliche Raum kein attrak­tiv­er Leben­sort ist.“

Hin­ter­grund

Viele The­ater und Orch­ester in Sach­sen sehen ein­er ungewis­sen Zukun­ft ent­ge­gen. Die durch die Staat­sregierung aufge­set­zten Ret­tungspakete enden in diesem Jahr und mit einem Dop­pel­haushalt ist erst im Som­mer zu rech­nen. Dem The­ater Plauen-Zwick­au dro­ht mit einem poten­ziellen Defiz­it von 3,3 Mil­lio­nen Euro im Jahr 2025 die Insol­venz, weit­ere Ein­rich­tun­gen sind laut Büh­nen­vere­in eben­so betrof­fen.